Corona: Malprozess einer Begegnung mit mir

Januar 2020: ein Bekannter kommt vom Chinesischen Neujahrsfest nicht zurück – Quarantäne in Wuhan

Februar 2020: Ischgl, Italien – erste Spekulationen, Ratlosigkeit, Ruhe vor dem Sturm

März 2020: Ich habe das Gefühl, die Zukunft vorhersehen zu können. Alles was gerade in Italien passiert, wird uns in Deutschland in zwei Wochen erreichen. Ich kann nichts tun und nicht weglaufen – nur ohnmächtig abwarten und zusehen, wie die Welle über mich hinweg rollt. Ich schaue hin und erstarre. 
Die Wirtschaft geht aus Angst um die Gesundheit in die Knie. Es ist eigentlich ein berührendes Zeichen zu erfahren, dass Leben mehr zählt als Geld.
Dann sehe ich über die Medien die vielen Särge und die Isolation. Die Trennung derer, die so eng zusammengehören und die nicht einmal mehr Abschied nehmen können. Die Begegnung mit anderen Menschen wird zur Straftat – ich bin fassungslos.
Wir ziehen uns in unser Schneckenhaus zurück. Erleben uns als Familie ganz neu und finden nach einiger Zeit einen einigermaßen entspannten Umgang mit der Situation.
Ich kann nicht mehr malen – ich kann nicht weinen – ich spüre, wie sich alles in mir anstaut und keinen Ausdruck finden kann.
Niemand kann mir sagen, was wirklich richtig ist. Ich muss meinen eigenen Weg suchen und finde ihn in dem großem Mitgefühl für mich und für die anderen. Ich bin nicht allein, sondern fest und wahrhaftig verbunden.

April 2020: Wir telefonieren und hoffen, dass wir uns bald gesund wiedersehen. Es sind bewusste, tiefe, authentische und mitfühlende Gespräche für die ich mir gerne Zeit nehme, die meiner Seele gut tun.

Ich fange an, “Klorollenhüte” für das kostbarste ausverkaufte Gut zu häkeln. Es ist ein Anfang, um aus der Schockstarre herauszukommen.
Ich beginne zu erkennen, was wirklich wichtig für mich ist. Die Krise im Außen, die mich so aus der Bahn wirft, zeigt mir meine eigene innere Mitte und das, was mich ausmacht, sehr deutlich, und ich fange an, mich bewusst auf mich zu konzentrieren. Ich lasse los, ich akzeptiere, werde erfinderisch und erlebe die Krise (jetzt im Rückblick) als Chance zur Neuausrichtung.

Mai 2020: Endlich fange ich an, zu malen. Der Malprozess gerät immer wieder ins Stocken, doch nach einigen Gesprächen mit Freunden können die lang angestauten Tränen endlich aufs Papier fließen und meine Kreativität wieder freisetzen.

Der Malprozess hält an. Das Bild ist jetzt zwischen den anderen Arbeiten und verändert sich immer noch. 

Ich stelle mir die Frage, was durch Corona mit mir und meinem Umfeld passiert ist und was ich ohne Corona so nicht erlebt hätte.
Darauf baut sich meine aktuelle Arbeit auf, die im Rahmen des Stipendium der Kulturstiftung Sachsen Malspiel der Begegnung bis Mitte Juli andauert.

23.07.20: Die Arbeiten zu “Eine neue Begegnung mit Dir und mir” sind abgeschlossen. Das Atelier hat nach der Sommerpause wieder geöffnet, und der Malprozess zum Thema “Eine Begegnung mit mir”  hat sein Ende gefunden.

 

 

 

Malspiel der Begegnung: Das Atelier füllt sich mit Bildern

Das Malspiel ist wirklich eine wunderbare Art sich zu begegnen. Es bietet so viel Raum und Möglichkeiten für bunten Gesprächsstoff.
Zusätzlich zum Austausch zwischen den Gestaltenden und mir entstehen Vernetzungen und Gespräche unter den Malspielern. Es ist eine belebende Neugier und Freude an den individuellen Werken, die “gemeinsam” geschaffen wurde.

Die Entstehung dieses Werks wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.

Malspiel der Begegnung: erste Erweiterung

Es ist so eine Freude! Jeden Tag erreichen mich neue Bilder, und jedes einzelne ist so individuell wie jeder einzelne unter uns. Es ist ein großartiges Geschenk, das wir hier teilen dürfen!

Damit das Malspiel der Begegnung spannend bleibt, habe ich mir eine „Erweiterung“ einfallen lassen. Das Spiel funktioniert wie gehabt, nur, dass ihr eine andere erste Gestaltung  von mir bekommt.
Es ist ein Stück Aquarellpapier mit bunten Formen. Das, was ihr daraus macht, sollte nachher auf einem Din A4 Papier Platz finden – ansonsten malt, klebt, gestaltet, wie ihr Lust habt.

Das sieht dann zum Beispiel so aus:

Also, ich bin gespannt, was Euch alles einfällt 🙂

 

Die Entstehung dieses Werks wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.

 

 

Kunst:offen in Sachsen an Pfingsten – 2020 digital

Es ist das erste Kunst:offen, das für den KreativOrt nur digital stattfinden wird. Ich habe mich dazu entschieden, mein Atelier nicht zu öffnen, dafür aber Bilder vom Atelier und den Kunstwerken auf der Homepage zu zeigen.

Es ist kein vollwertiger Ersatz, aber ein erster Versuch, Inspirationen an Euch zu schicken und Euch auf die Ferne einzuladen, selbst den Pinsel in die Hand zu nehmen und kreativ zu werden.

Wer nicht bis Pfingsten warten möchte, kann sich ja mal das Malspiel der Begegnung anschauen :). Ich freue mich über Bilderpost!

Malspiel der Begegnung: erste Ergebnisse

Was für ein bunter Morgen! Ich freue mich so, dass das Malspiel bei Euch Anklang findet, und es macht mir so viel Spaß, Euch zu “malen”. 

Mir ist aufgefallen, dass ich jedem anders antworte. Je nachdem, was ich bekomme, wähle ich andere Materialen, Farben, Formen, Pinsel und Stifte. Das ist sehr spannend!

Da ich Rückmeldungen bekommen habe, dass er/sie nicht malen könne, zeige ich euch hier die ersten Ergebnisse.
Hey, es soll Freude machen, und es ist kein Malwettbewerb!
Es ist so faszinierend zu sehen, wie ein gestalterischer Ausdruck gefunden werden kann, und ich hoffe, dass ich Euch hiermit ermutige, mitzumachen.
Ihr könnt auch gerne zusammen, z. B. als Familie, ein Blatt gestalten.
Und wenn Ihr nicht malen wollt, könnt Ihr auch gerne etwas kleben oder etwas drauflegen und dann fotografieren.

Ich freue mich auf Eure Arbeiten 🙂

Hier sind die ersten Zwischenergebnisse

 

Wie alles begann, gibt es hier nachzulesen.

Hier geht’s zur Erweiterung des Malspiels.

Die Entstehung dieses Werks wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.

Denkzeit: Eine neue Begegnung mit mir und Dir

neue Freunde

Stille im Atelier. Weiße Malwände. Ich suche malend und gestaltend nach Begegnung und einer neuen  Art der Verbundenheit: bunt, authentisch, intuitiv, schöpferisch, kreativ, lebendig und bereichernd für mich und Dich.

Was war, ist und wird wichtig?
Was geschieht mit dem Ich? Was mit dem Du?
Was wird aus unserer Begegnung?
Wie können wir miteinander verbunden sein?

Das Malspiel der Begegnung

Mit dem Stipendienprogramm „Denkzeit“ der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, gestalterisch eine neue Art der Begegnung zu suchen.

Ich möchte Dich dazu einladen, an dem dazu entwickelten Malspiel teilzunehmen und das Projekt mitzugestalten.
Meine Idee ist es, mit Dir in eine gestalterische Begegnung zu kommen.

Und so funktioniert es:

Ich stelle Dir mit ein paar Formen auf einem Papier eine „erste Frage“. Es ist wie ein “Hallo, wie geht es Dir gerade?”.
Du gibst mir darauf eine gemalte oder gestaltete Antwort und schickst sie mir als Foto per Mail zurück. 
Ich drucke mir Deine Antwort aus und gestalte an Deinem Bild wieder weiter, stelle sozusagen eine weitere Frage oder erzähle Dir mit Farben und Formen, wie es mir gerade geht. Die Antwort schicke  ich an Dich zurück. Dieses „Gespräch“ setzen wir so lange fort, bis wir feststellen, dass alles gesagt ist.

Ob Du im Hoch- oder Querformat arbeitest, ist Dir überlassen.
Das kann sich auch während des Malens ändern.

Hier siehst Du meine erste Gestaltung – meine erste Frage an Dich:

Als Ergebnis unserer Kommunikation haben wir ein gemeinsam gestaltetes Blatt. Diese gemalte Begegnung möchte ich auf der Homepage präsentieren und in meinem Atelier zu einem Gesamtkunstwerk weiter verarbeiten.

Meinen Arbeitsprozess kannst Du in verschiedenen Stufen auf meiner Homepage mitverfolgen.

Die ersten Ergebnisse findest Du hier.

Ich freue mich auf unsere Begegnung und danke Dir, wenn Du mich mit Deiner Gestaltung unterstützt.
Bunte Grüße

Yvonne

Hinweis: Deine persönlichen Daten werden vertraulich behandelt, und ich werde sie nur weitergeben, wenn Du explizit wünschst. Bitte sei Dir bewusst, wenn Du mir Deine gestaltete Antwort auf elektronischem Wege zukommen lässt und dabei einen Messengerdienst verwendest, dass Deine Daten von Dritten eventuell eingesehen werden und dass die DSGVO-Richtlinien nicht erfüllt sein könnten. Dafür kann ich keine Verantwortung übernehmen.

Ich bitte Dich auch, nur an der Aktion teilzunehmen, wenn Du damit einverstanden bist, dass unsere gemeinsame Gestaltung auf der Homepage anonymisiert gezeigt wird und auch weiter in meinen Arbeitsprozess mit einfließt.

Die Entstehung dieses Werks wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.

Das Märchen vom verwunschenen Farbklecks

Es war einmal ein Gemälde, das war so wunderbar bunt und schön, dass alle, die es ansahen, lächeln mussten und gute Laune bekamen.

Die Welt war an diesen Tagen an vielen Orten trist und grau, und die Menschen waren traurig. Und so kam es, dass sich die Nachricht von dem Gemälde, das gute Laune machte, schnell verbreitete und sich immer mehr Menschen auf den Weg zu ihm machten, um wieder fröhlich zu werden.

Das gefiel dem grauen Zauberer, der sich sehr damit beschäftigte, die Welt öd und farblos werden zu lassen, um den Menschen seine teuren Alles-ist-gut-Tränke zu verkaufen, überhaupt nicht. Er überlegte lange, wie er das Gemälde vernichten könnte und plötzlich kam ihm eine grausame Idee, und er grinste finster …
Er zog er seinen Zauberstab und verwünschte das Gemälde so, dass es als Farbklecks auf den Boden fiel und an der Wand ein weißes Stück Papier zurückblieb.

Da war die Verzweiflung bei den Menschen groß und keiner wusste, wie aus diesem Farbklecks das alte Gemälde wieder hergestellt werden sollte. Es wurden die besten Restauratoren, berühmtesten Künstler und Zauberer des Landes gerufen, doch keiner schaffte es, das Gemälde wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu bringen.

So gaben die Menschen schließlich die Hoffnung auf und vergaßen mit der Zeit das Gemälde, da sie von einem Zauberer gehört hatten, der Tränke gegen Traurigkeit verkaufte …

Und der Farbklecks blieb auf dem Boden liegen.

Bis an einem sonnigen Frühlingstag ein Kind an dem Farbklecks vorbei spazierte. Es schaute ihn neugierig an, hob ihn mit den Fingern auf, lachte und tupfte ihn behutsam aufs Papier. Und so entstand im kindlichen Spiel ein ganz neues Bild. Das zarte Lachen des Kindes war überall zu hören, und die Leute liefen herbei, um zu sehen, was hier so viel Freude verbreitete. Sie staunten und freuten sich, als sie das neue Bild sahen.
Sie tauchten ihre Finger in den Farbklecks und ließen ihre eigenen Bilder entstehen und waren glücklich und erfüllt. Die Traurigkeit wich der Freude, und die Menschen vergaßen die Tränke des Zauberers und erlagen ihrem eigenen innewohnenden Zauber … der Freude an ihrer eigenen Kreativität. 

Und wenn sie es nicht vergessen haben, dann malen sie noch heute.

Wer dieses oder ähnliche Märchen von verwunschenen Farbklecksen selbst erfahren möchte, ist herzlich zum Ausdrucksmalen am Samstag, den 11.01.20, 11-13 Uhr eingeladen. 

JAM – Jahresabschlussmalen am 31.12., 11-13 Uhr

Rückblick und Vorausschau – Wie war mein Jahr? Was möchte ich im nächsten Jahr erleben?

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und ich möchte dich einladen, malerisch zurückzublicken und einzelne Stationen und Ereignisse, die wichtig waren, noch einmal zu betrachten und zu würdigen. Was hast du dieses Jahr erfahren?

Und mit dem Abschluss des alten Jahres öffnet sich das neue Jahr, das wir mit unseren Wünschen und Visionen begrüßen können. Was möchtest du im neuen Jahr erleben? Wie möchtest du es gestalten?

Die Bilder, die in dieser stillen Achtsamkeit entstehen, tragen eine besondere Kraft in sich und können uns im Laufe des neuen Jahres unterstützen, uns an unsere Wünsche zu erinnern.

Es gibt keine Altersgrenze, und es sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Ich möchte dazu einladen, loszulassen, zu spielen und zu experimentieren und beim eigenen kreativen Ausdruck anzukommen.

Die Malsession eignet sich auch wunderbar für Familien, um Zeit miteinander zu verbringen und gemeinsam etwas zu gestalten.

Die Malsession kostet pro Person 20€.

Es stehen 7 Malplätze zur Verfügung.

Bitte melde dich per Mail info@jetzt-wirds-bunt.eu oder über 0151-51952172 an.

Das neue Jahr wird bunt! – Der Kunstkalender für 2020 ist da :)

Zum 10. Mal gibt es für jeden Monat einen bunten Moment mit kleinen Gedanken, die den Alltag farbenfroher werden lassen können.
Die einzelnen Bilder sind im Laufe dieses Jahres entstanden und in der Onlinegalerie Kunstkalender 2020 zu sehen. 

Der Kalender (4/0c farbig, einseitig, 200 g/m2 Bilderdruckpapier matt, Querformat, mit Rückkarton 1 mm Graupappe, 13 Blatt, Spiralbindung schwarz) kostet 18 Euro (zzgl. Versand) und kann ab jetzt per Mail bestellt werden.