Was ich beim Ausdrucksmalen lernen kann

Ich bin total OK!

Puh, es scheint ganz schön anstrengend zu sein, sich selbst OK zu finden. Zweifeln, misstrauen, kritisieren geht irgendwie einfacher.

Vielleicht, weil ich es gewohnt bin, mich immer weiter verbessern und entwickeln zu wollen – nie bin ich gut genug oder ausreichend. Es geht immer noch ein bisschen mehr.

Die ganze Welt ist voll von dem Mantra „da geht noch was“

Je öfter ich mir etwas sage, um so mehr glaube ich, dass es auch wahr ist und stimmt. Das bedeutet im Umkehrschluß für mich, um aus der Nummer wieder rauszukommen, brauche ich Zeit und Geduld. Ich muss das neue Mantra einüben.

So sage ich mir jeden Morgen vor dem Spiegel „Ich bin total OK!“ und irgendwann kann ich es mir dann vielleicht auch glauben.

Ausdrucksmalen ist eine wunderbare Möglichkeit, das Selbst-OK-Sein zu erfahren. Es gibt kein richtig und kein falsch. Es gibt nur Erfahrungen.

Ich bin einfach da, so wie ich bin, und das ist einfach wunderbar.

Ich male drauf los und freue mich darüber, was in meinem „Ich bin total OK“ entsteht.

Am Ende einer Malsession schliessen die/der Malende zusammen mit der Malbegleitung das Bild ab.

Es geht um Wertschätzung und Würdigung.

Es geht darum, dass das was entstanden ist, so sein darf, wie es ist.

Ein Malprozess wird gemeinsam abgeschlossen
Ein Malprozess wird gemeinsam abgeschlossen


Ich bin ok und das Bild ist ok.

Das ganze Leben ist eine Ent-wicklung.

Ich wickele mich aus dem aus und heraus, was nicht mehr zu mir passt. Es ist ein Prozess. Es dauert seine Zeit. Manchmal habe ich das Gefühl, es geht so schnell, dass mir schwindlig wird, und manchmal dreh ich mich im Kreis, und es scheint sich gar nichts zu tun.

Das Ausdrucksmalen hilft mir dabei, die rasanten und die scheinbar schleichenden Entwicklungsschritte besser zu verstehen und zu akzeptieren.

Der Lebensprozess kann sich im Malprozess abbilden. Das hilft mir, um eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen und ruhiger zu werden.

Manchmal verstehe ich auch im Malprozess nicht, was gerade geschieht. Oft ist es dann so, wenn ich Monate später das Bild hervorhole, dass ich denke, ach schau an, das war das damals.

So hat sich das und ich mich ent–wickelt.

Malen als Zerreißprobe
Malen als Zerreißprobe

Manchmal ist das Malen eine Zerreißprobe. Es soll zusammen gebracht werden, was einfach nicht zusammengehören will.

Dieser „innere Kampf“ wird dann stellvertretend auf dem Papier geführt.

Es werden alle möglichen Lösungen malend durchprobiert. Dabei kann es passieren, dass neue Erkenntnisse und die Akzeptanz entstehen, dass es einfach so ist, wie es ist.

„Ich mag mich!“

Autsch! Nochmal so ein Thema …

Kannst Du zu Dir selbst sagen: „Ich mag mich!“ ohne dabei mit der Wimper zu zucken und ein innerliches JA ABER zu hören?

Darf ich mich denn selbst mögen?

Ist das nicht überheblich, arrogant, narzisstisch, selbstverliebt, divenhaft, …?

Bring ich denn noch genug Leistung, wenn ich mich mag? Schliesslich fällt der Grund, um Leistung für Anerkennung zu erbringen, ja weg.

Wenn ich mit meinen Selbstvorwürfen und ja-abern fertig bin, dann atme ich tief durch.

Ich schließe die Augen und lasse das „Ich mag mich!“ mit einem Lächeln durch mich  hindurchfließen.

Ich finde, das fühlt sich sagenhaft gut an.

Und wenns beim ersten Mal noch nicht klappt, dann probiere ich es einfach nochmal – es gehört etwas Übung dazu.

Es ist einfach herrlich, warm und entspannend und gehört meiner Ansicht nach zur Selbstfürsorge.


An manchen Tagen klappt das mit dem Selbst-Mögen einfach nicht, dann lasse ich mich selbst einfach mal in Ruhe.

Ich entschließe mich dazu, mich nicht dauernd zu  kritisieren oder verbessern zu wollen.

Malen macht Freude
Malen macht Freude


Manchmal gibt es Tage, da bereitet das Malen so viel Freude. Auf diesem Bild sind die Figuren tanzend und hüpfend über das Bild gehuscht.

Einfach sein. Das ist eine wichtige Haltung im Ausdrucksmalen.

Mir selbst vertrauen

Wenn ich vor einer neuen Herausforderung stehe, zweifele ich manchmal an mir selbst und frage mich, ob und wie ich das schaffen soll.

Manchmal ist es nur aus einer Unkonzentriertheit oder Übermüdung heraus, dann kann ich schneller darüber hinweg gehen.

Manchmal sitzt der Zweifel tiefer und erinnert mich an Situationen, die früher mal passiert sind und die mich immer wieder triggern.

Dann brauche ich viel Mut, um meinen Selbstzweifel zu überwinden und auch die Einsicht, dass das Ganze auch schief gehen kann (aber ich es dann wenigstens probiert habe).

Ich kann mich dann erinnern, was ich alles schon geschafft habe und wie oft etwas doch gut gegangen ist, auch wenn das Ergebnis ein anderes war, als das, was ich mir vorgestellt hatte.

Aus meinen Erfahrungen kann ich lernen, mir selbst zu vertrauen.

Ich vertraue mir
Ich vertraue mir


Es hilft mir auch, mir wie ein Mantra immer wieder zu sagen „Ich vertraue mir!“

Es tut gut und macht Mut!

„Trust the process!“

Vertraue dem Prozess oder im Ausdrucksmalen „Vertraue Deinem Malprozess“ ist für mich einer der wichtigsten Statements.

Wenn ich nicht weiter weiß, bringt mir dieser Satz eine große Entspannung.

Ich höre und spüre in mich hinein und lasse das zu, was da ist.

Ich male das, was sich gerade zeigen möchte und bin ganz achtsam im Hier und Jetzt.

Ich lasse los.

Ich darf sein.

Ich bin ok. Das Bild ist ok.

Ich vertraue mir und ich vertraue dem Malprozess.

Das ist eine ganz großer magischer Moment im Ausdrucksmalen, bei dem ich ganz und gar mit mir selbst und meinem Tun verbunden bin.

Ausdrucksmalen im Garten
Ausdrucksmalen im Garten

Das ist einer der Hauptgründe, warum ich mit dem Ausdrucksmalen so verbunden bin, und warum ich es so liebe.

 Wenn Du es selbst einmal erfahren möchtest, dann lade ich Dich herzlich ein, es auszuprobieren. Die nächsten Termine findest Du hier.

Ich wünsche Dir einen bunten Tag,

Yvonne

Warum ich Ausdrucksmalen liebe

Ich liebe Ausdrucksmalen! Es bedeutet für mich Freude an der eigenen Kreativität und Schaffenskraft und läßt mich bei mir selbst ankommen.

Seit 2011 gebe ich als Malbegleiterin Kurse, Workshops und Seminare rund ums Ausdrucksmalen. Ich begleite Malprozesse in meinem Atelier , bin mit  meinen mobilen Staffeleien auf Tour und kann nicht genug davon bekommen. Zusätzlich unterstütze ich seit 2017  Michael Podszun als Assistentin bei der Ausbildung zur Ausdrucksmalbegleitung.
Ich habe unfassbar viele Ideen, was ich mit dem Ausdrucksmalen alles noch erleben will. Jeder Mensch, jeder Prozess und jedes Bild sind so einzigartig  und bieten eine Fülle an Inspiration, für die ich von Herzen dankbar bin. 

Blick in den Malraum zum Ausdrucksmalen
Blick in den Malraum zum Ausdrucksmalen

Ich stehe im Malraum und spüre:
hier bin ich ICH und kann einfach da sein.

Es ist ok, wie ich bin und wie es mir gerade geht. Ich sehe die Malspuren an der Wand und kann die Farben riechen. Ich hole mir ein großes Blatt und hefte es an die Malwand. Dann drehe ich mich um und lasse meinen Blick über die Farborgel schweifen. Wie geht es mir? Womit möchte ich heute anfangen?
Ich bin noch unschlüssig und noch nicht ganz im Malraum angekommen. Der Alltag, die ganzen Aufgaben und Diskussionen hängen noch an mir. Ich spüre, wie müde ich bin und frage mich, ob ich wohl noch die Kraft zum Malen habe. Doch dann schüttele ich den Gedanken ab. Schließlich ist es meine persönliche Malzeit, und ich habe mich die ganzen Tage schon darauf gefreut! Ich schöpfe mir Tapetenleim in eine Schüssel und fange an, das weisse Blatt mit den Händen einzustreichen. Ich merke, wie ich ankomme und langsam entspanne. Dann kommt plötzlich die Lust auf Farbe, und ich fange an, mit bunten Händen über das Papier zu tanzen. Der Kopf schaltet sich aus, und ich bin ganz im Malprozess.

Farborgel
Farborgel

Meine Malbegleiterin stellt sich neben mich und fragt, wie es mir geht. Ich reflektiere meinen Malprozess und fühle mich in meinem Tun unterstützt. Ich begebe mich in eine neue Malrunde, halte nach einiger Zeit inne und spüre, das Bild ist fertig. Es ist so, wie es ist. Ich staune, was sich alles zeigt und schließe das Bild gemeinsam mit meiner Malbegleiterin ab.

Ich bin dankbar, was ich heute wieder erfahren durfte und empfinde es als ein großes Geschenk, dass sich in den Bildern, Antworten auf meine Fragen zeigen. Ich bin voller neuer Energie und meine Erschöpfung vom Anfang der Malsession ist nicht mehr spürbar.

Mein Bild nach meinem Malprozess
Mein Bild nach meinem Malprozess

Es ist, was es ist

Was hier im Malraum an der Malwand passiert, ist frei von Bewertungen. Das ist etwas, was wir in unserer Leistungsgesellschaft nicht kennen und dem wir keinen besonderen Wert zuordnen können. Wenn etwas bewertungsfrei ist, wie kann ich dann sagen, welchen Wert es für mich hat? Ist es gut? Ist es schlecht? Gefällt es mir? Gefällt es jemand anderem? Das ist für mich eine der schwersten Übungen im Malraum. Das was im Malprozess erscheint, wohlwollend da sein zu lassen und anzunehmen.

Wenn ich das schaffe, dann nehme ich automatisch mich an. Das bedeutet wiederum: ich bin ok so wie ich bin. Wow, was für ein starker Satz. Das ist etwas, das ich kaum glauben kann. Da kommen alte Glaubenssätze hoch, dass ich etwas gut machen muss, sehr gut machen muss, um Anerkennung zu bekommen und ok zu sein. Ich spüre die Ambivalenz in mir. Ich weiss, dass ich die Glaubenssätze von damals nicht mehr brauche, dass sie nicht mehr hilfreich sind. Doch sie sind wie Autobahnen für meine Gedanken und leicht und schnell zu befahren.

Will ich neue und unterstützende Lebensformeln  für mich entwickeln, dann begebe ich mich mit einer Machete in den Dschungel und wenn ich oft genug daran arbeite, dann wird aus dem geschlagenen Weg vielleicht ein Trampelpfad, den ich dann häufiger einschlagen kann. Es ist ein langer und teilweise auch beschwerlicher Weg in Richtung Selbstliebe und Selbstmitgefühl.

Ich male in die Lösung hinein

Das Ausdrucksmalen hilft mir, meine inneren Prozesse zu verstehen und meine ganz persönlichen Fragen zu beantworten. Die Antworten finden sich auf dem Papier und sind oft überraschend. Denn nicht der Kopf, sondern der ganze Körper, das Herz und die Seele arbeiten meine Lösung heraus. Dafür muss ich gar nicht so viel tun. Ich bin offen, spiele mit den Farben, höre au meine innere Stimme und lasse mich überraschen. Ich entspanne und höre auf, etwas zu wollen. Ich lasse mich auf den Malprozess ein und lasse los.

Das alles ist leichter gesagt als getan. Manchmal gelingt es besser und manchmal weniger. Das Schöne daran ist, dass ich immer wieder neu anfangen kann. Mit jedem Bild tauche ich in einen neuen gegenwärtigen Moment ein, spüre die Energie und bin einfach da, so wie ich bin.
Wenn das alles so gelingt, dann bin ich im Flow. Selbstfürsorge, Selbstmitgefühl, Selbstliebe sind dann etwas so Selbstverständliches, dass ich mich frage, wie ich jemals daran zweifeln konnte.

Das Malen schenkt mir Leichtigkeit und Zuversicht. Ich spüre eine innere Freiheit und kann die äußeren Abhängigkeiten vor der Malraumtüre lassen. Raus aus der Ohnmacht – rein in die Selbstermächtigung. Ich sehe klarer und erkenne meine Entscheidungsfreiheit. Ich kann so viel über mich selbst erfahren, meine Bedürfnisse wahrnehmen und meine Wünsche ausdrücken. Dann erlebe ich die Ausdrucksmalbilder als Energiespender und Ressourcenträger.

Malen vom Garten
Malen vom Garten

Malbegleitung

Wenn ich im Flow bin, mit Farben und Formen spiele und unbeschwert sein kann, entstehen Bilder, die ich gerne annehme und die ich mag. Oft genug stehe ich aber vor meinem Bild an der Malwand und bin total unglücklich und unzufrieden. Ich weiss nicht mehr weiter, und das Thema zieht mich einfach nur runter. Ich stecke fest, komme nicht weiter. Ich will so unbedingt eine Lösung, und ich will, dass diese schweren und schmerzhaften Gefühle endlich weggehen. Aber es tut sich nichts.

In diesen Momenten ist es gut, eine Malbegleitung zu haben. Ein Mensch, der ein Stück meines Malprozesses begleitet – ein Stück des Weges mit mir geht und mir zu neuen Sichtweisen verhilft und dunkle Ecken ausleuchtet. Dann kommt der Malprozess wieder in Gang, und ich fühle mich gut aufgehoben, und weiß, ich bin nicht allein, und ich muss das nicht alleine schaffen. Da ist jemand, der mich empathisch begleitet, mir zuhört und mir hilft, meine Lösungen zu finden. 

Ausdrucksmalbilder sind Geschenke

Und zwar alle! Ausnahmslos! Manchmal weiß ich es in dem Moment einfach noch nicht, weil das Bild mir nicht gefällt und ich nichts mit ihm anfangen kann. Das passiert zum Beispiel dann, wenn ich etwas Bestimmtes will und nicht akzeptieren kann, dass es so eben nicht geht. Dann ist das Malen schwierig, und das Bild wird immer chaotischer und „matschiger“.  Dann sagt mir mein Empfinden, es ist nicht schön! Nicht ästhetisch! So will ich es nicht!

Tja, aber es ist so, wie es ist; und sobald ich diese innere Türe in mir aufmache, passiert etwas Erstaunliches: ich werde ruhiger, und das Bild ist gar nicht mehr so schlimm. Und selbst wenn mir das Bild an sich nicht gefällt, so ist die Akzeptanz dessen, ein unglaublich großer Schritt in Richtung Selbstakzeptanz. Ich akzeptiere mich dafür, dass ich etwas gemacht habe, was meiner Erwartung nicht entspricht. 

Ich nehme das Bild an und nehme damit automatisch mich an. Wenn ich noch weiter gehen kann, dann befreie ich mich von bewertenden Gedanken. Ich lasse zu, dass es so ist, wie es ist und kann dann den nächsten Schritt in Richtung Loslassen gehen. Das ist ein wunderbar starker innerer Prozess, der sich über das Ausdrucksmalen entwickeln kann. Wenn das geschieht, dann bin ich sehr dankbar und erkenne das Geschenk im Bild. Ich bin mir selbst wieder ein Stückchen näher gekommen in Liebe und Akzeptanz.

 Ausdrucksmalen selbst erfahren

Ich weiss nicht, ob es mir gut gelungen ist, das, was ich am Ausdrucksmalen so liebe, so zu beschreiben, dass die Energie und die Freude spürbar werden. Eigentlich muss es live erlebt werden. Jede und jeder einzelne „MUSS“ es für sich ausprobieren und seine eigenen Erfahrungen sammeln. Denn mit jedem Menschen, der das Ausdrucksmalen für sich entdeckt, kommt etwas Neues dazu, etwas ganz Individuelles, was das Ausdrucksmalen erweitert und bereichert.

Nach einer Ausdrucksmalsession
Nach einer Ausdrucksmalsession

Ausdrucksmalen in pandemischen Zuständen

Das Ausdrucksmalen mit anderen fehlt mir. Ich kann zwar mein Atelier für mich nutzen und malen gehen, aber es ist etwas anderes als mit anderen in den Malprozess zu gehen. Es fehlen die Energien und Inspirationen, die aus der Begegnung mit anderen heraus entstehen. Eine richtig gute Lösung, wie das Malen in der Gruppe im Atelier stattfinden kann, fehlt mir noch. Sobald es wärmer wird, werde ich die Staffeleien im Freien aufstellen. Darauf freue ich mich schon, aber irgendwie ist mir das immer noch zu wenig. 

Malsession mit Kindern
Malsession mit Kindern

Und ich habe eine Idee: Etwas, wo ich die Menschen dazu inspiriere, zu malen und sich dabei etwas Gutes zu tun. So entsteht gerade mein erster kostenloser Onlinekurs MORGENMALEN.

Dazu erfährst du in der nächsten Woche mehr. Wenn Du über mein kreatives Schaffen informiert bleiben möchtest, dann melde Dich gerne zu meinem kostenfreien Newsletter an. (Eine Abmeldung ist jederzeit möglich).

Bunte Grüße und eine farbenfrohe Woche,

Yvonne