Handschuhe anziehen – manchmal ist es wohl besser …

Es ist einer dieser Momente, da scheint die Sonne, ich richte draußen meine Sachen her und hab schon die eine oder andere Idee im Kopf. Bevor ich richtig nachgedacht habe, stecke ich schon bis knapp vor den Ellbogen in der Farbe und bin nicht mehr zu bremsen.

Es unterbricht mich ein freundliches „Willst Du auch was essen?“, und ich mache mich auf den Weg zum Waschbecken. UUPPPSi, schöne Bescherung: Druckertinte, Marmorier- und Acrylfarbe ergeben eine sehr haltbare Kombination auf der Haut … mmh, jetzt laufe ich wohl wieder eine halbe Woche mit bunten Fingern durch die Gegend.

Nach langem Schrubben habe ich mir vorbeugender Weise ein Schild gebastelt „Handschuhe anziehen!“ – fürs nächste Mal – wenn wieder ein Kreativitätsanfall einsetzt. Bin gespannt, ob es was bringt …

Kosmos, Acryl auf Leinwand, 100×100 cm, 2020

Die Perseiden sind unterwegs, und es ist mit heavy sternschnupping zu rechnen. Ich liege in einem Gartenstuhl, schaue an den Himmel und fange an, mir meine Wünsche auszumalen. In kürzester Zeit kommen tatsächlich sieben Sternschnuppen vorbei, und ich bemerke, wie viel ich schon erreicht habe und wie gesegnet ich bin. Ich werde dankbar und demütig. Gleichzeitig stellt sich die Frage, was ich für meine Wunscherfüllung alles selbst tun kann – ich muss grinsen und mir wird klar, dass das eine ganze Menge ist.

 

Malspiel der Begegnung – Resümee

Bilder und Installationen gegen die Isolation

Täglich notiere ich neue „Buzzwords“ aus der Presse, die ich zum Virus finde und versuche mit dem Malen etwas dagegen zu setzen.
Gleichzeitig stelle ich mir die Fragen:

  • Was hätte ich ohne Corona nicht gemacht/erlebt?
  •  Auf welche Ideen wäre ich ohne Corona nicht gekommen?

Ich nehme die ersten Gestaltungen aus dem Malspiel und versuche aus dem Getrenntsein neue Bilder zu erschaffen. Es wird anders als gedacht. Es entstehen Landschaften und Boote auf See. Das beruhigt – aber beinhalten diese Bilder Lösungen?

Die Blätter aus dem Malspiel füllen einen Raum. Am Ende sind es 136 Gestaltungen aus 33 Begegnungen. Wahnsinn! Es macht mich glücklich.
Ich baue einen Coronavirus und hänge Zettel mit guten Wünsche an ihn; in der Hoffnung, dass wir ihn alle gut überstehen und uns wieder frei begegnen können.

Ich merke, wie wichtig Kunst und Kreativität in Krisen wie dieser sind, um zu spüren, dass wir nicht allein sondern miteinander verbunden und gemeinsam auf den Wegen durch diese Zeit sind.

Vielen Dank an alle, die beim Malspiel mitgemacht und diese wunderbare neue Art der Begegnung im Atelier mit gestaltet haben.

Die Entstehung dieses Werks wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.

 

Segelboot, Acryl auf Leinwand, 30×40 cm – Malspiel der Begegnung

Aus dem Malspiel der Begegnung entwickeln sich immer mehr Bilder mit Booten. Was verbinde ich mit Booten? Reisen, Navigation, Kompass, neue Ufer, Unbekanntes, Hafen, offenes Meer, … Wohin geht die Reise?

Die Entstehung dieses Werks wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.

Am See, Acryl auf Leinwand, 30×40 cm – Malspiel der Begegnung

Aus dem Malspiel der Begegnung versuche ich nun Bilder zu erschaffen, welche einerseits Polarität und Trennung und andererseits Verbundenheit und Verbindung im sich aufeinander Beziehen, zeigen. Immer wieder gerate ich dabei an Himmel und Erde, Licht und Schatten, oben und unten sowie Spiegelungen.

Die Entstehung dieses Werks wurde durch ein Stipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen ermöglicht.