Was ich beim Ausdrucksmalen lernen kann

Ich bin total OK!

Puh, es scheint ganz schön anstrengend zu sein, sich selbst OK zu finden. Zweifeln, misstrauen, kritisieren geht irgendwie einfacher.

Vielleicht, weil ich es gewohnt bin, mich immer weiter verbessern und entwickeln zu wollen – nie bin ich gut genug oder ausreichend. Es geht immer noch ein bisschen mehr.

Die ganze Welt ist voll von dem Mantra „da geht noch was“

Je öfter ich mir etwas sage, um so mehr glaube ich, dass es auch wahr ist und stimmt. Das bedeutet im Umkehrschluß für mich, um aus der Nummer wieder rauszukommen, brauche ich Zeit und Geduld. Ich muss das neue Mantra einüben.

So sage ich mir jeden Morgen vor dem Spiegel „Ich bin total OK!“ und irgendwann kann ich es mir dann vielleicht auch glauben.

Ausdrucksmalen ist eine wunderbare Möglichkeit, das Selbst-OK-Sein zu erfahren. Es gibt kein richtig und kein falsch. Es gibt nur Erfahrungen.

Ich bin einfach da, so wie ich bin, und das ist einfach wunderbar.

Ich male drauf los und freue mich darüber, was in meinem „Ich bin total OK“ entsteht.

Am Ende einer Malsession schliessen die/der Malende zusammen mit der Malbegleitung das Bild ab.

Es geht um Wertschätzung und Würdigung.

Es geht darum, dass das was entstanden ist, so sein darf, wie es ist.

Ein Malprozess wird gemeinsam abgeschlossen
Ein Malprozess wird gemeinsam abgeschlossen


Ich bin ok und das Bild ist ok.

Das ganze Leben ist eine Ent-wicklung.

Ich wickele mich aus dem aus und heraus, was nicht mehr zu mir passt. Es ist ein Prozess. Es dauert seine Zeit. Manchmal habe ich das Gefühl, es geht so schnell, dass mir schwindlig wird, und manchmal dreh ich mich im Kreis, und es scheint sich gar nichts zu tun.

Das Ausdrucksmalen hilft mir dabei, die rasanten und die scheinbar schleichenden Entwicklungsschritte besser zu verstehen und zu akzeptieren.

Der Lebensprozess kann sich im Malprozess abbilden. Das hilft mir, um eine neue Sicht auf die Dinge zu bekommen und ruhiger zu werden.

Manchmal verstehe ich auch im Malprozess nicht, was gerade geschieht. Oft ist es dann so, wenn ich Monate später das Bild hervorhole, dass ich denke, ach schau an, das war das damals.

So hat sich das und ich mich ent–wickelt.

Malen als Zerreißprobe
Malen als Zerreißprobe

Manchmal ist das Malen eine Zerreißprobe. Es soll zusammen gebracht werden, was einfach nicht zusammengehören will.

Dieser „innere Kampf“ wird dann stellvertretend auf dem Papier geführt.

Es werden alle möglichen Lösungen malend durchprobiert. Dabei kann es passieren, dass neue Erkenntnisse und die Akzeptanz entstehen, dass es einfach so ist, wie es ist.

„Ich mag mich!“

Autsch! Nochmal so ein Thema …

Kannst Du zu Dir selbst sagen: „Ich mag mich!“ ohne dabei mit der Wimper zu zucken und ein innerliches JA ABER zu hören?

Darf ich mich denn selbst mögen?

Ist das nicht überheblich, arrogant, narzisstisch, selbstverliebt, divenhaft, …?

Bring ich denn noch genug Leistung, wenn ich mich mag? Schliesslich fällt der Grund, um Leistung für Anerkennung zu erbringen, ja weg.

Wenn ich mit meinen Selbstvorwürfen und ja-abern fertig bin, dann atme ich tief durch.

Ich schließe die Augen und lasse das „Ich mag mich!“ mit einem Lächeln durch mich  hindurchfließen.

Ich finde, das fühlt sich sagenhaft gut an.

Und wenns beim ersten Mal noch nicht klappt, dann probiere ich es einfach nochmal – es gehört etwas Übung dazu.

Es ist einfach herrlich, warm und entspannend und gehört meiner Ansicht nach zur Selbstfürsorge.


An manchen Tagen klappt das mit dem Selbst-Mögen einfach nicht, dann lasse ich mich selbst einfach mal in Ruhe.

Ich entschließe mich dazu, mich nicht dauernd zu  kritisieren oder verbessern zu wollen.

Malen macht Freude
Malen macht Freude


Manchmal gibt es Tage, da bereitet das Malen so viel Freude. Auf diesem Bild sind die Figuren tanzend und hüpfend über das Bild gehuscht.

Einfach sein. Das ist eine wichtige Haltung im Ausdrucksmalen.

Mir selbst vertrauen

Wenn ich vor einer neuen Herausforderung stehe, zweifele ich manchmal an mir selbst und frage mich, ob und wie ich das schaffen soll.

Manchmal ist es nur aus einer Unkonzentriertheit oder Übermüdung heraus, dann kann ich schneller darüber hinweg gehen.

Manchmal sitzt der Zweifel tiefer und erinnert mich an Situationen, die früher mal passiert sind und die mich immer wieder triggern.

Dann brauche ich viel Mut, um meinen Selbstzweifel zu überwinden und auch die Einsicht, dass das Ganze auch schief gehen kann (aber ich es dann wenigstens probiert habe).

Ich kann mich dann erinnern, was ich alles schon geschafft habe und wie oft etwas doch gut gegangen ist, auch wenn das Ergebnis ein anderes war, als das, was ich mir vorgestellt hatte.

Aus meinen Erfahrungen kann ich lernen, mir selbst zu vertrauen.

Ich vertraue mir
Ich vertraue mir


Es hilft mir auch, mir wie ein Mantra immer wieder zu sagen „Ich vertraue mir!“

Es tut gut und macht Mut!

„Trust the process!“

Vertraue dem Prozess oder im Ausdrucksmalen „Vertraue Deinem Malprozess“ ist für mich einer der wichtigsten Statements.

Wenn ich nicht weiter weiß, bringt mir dieser Satz eine große Entspannung.

Ich höre und spüre in mich hinein und lasse das zu, was da ist.

Ich male das, was sich gerade zeigen möchte und bin ganz achtsam im Hier und Jetzt.

Ich lasse los.

Ich darf sein.

Ich bin ok. Das Bild ist ok.

Ich vertraue mir und ich vertraue dem Malprozess.

Das ist eine ganz großer magischer Moment im Ausdrucksmalen, bei dem ich ganz und gar mit mir selbst und meinem Tun verbunden bin.

Ausdrucksmalen im Garten
Ausdrucksmalen im Garten

Das ist einer der Hauptgründe, warum ich mit dem Ausdrucksmalen so verbunden bin, und warum ich es so liebe.

 Wenn Du es selbst einmal erfahren möchtest, dann lade ich Dich herzlich ein, es auszuprobieren. Die nächsten Termine findest Du hier.

Ich wünsche Dir einen bunten Tag,

Yvonne

Veranstaltungen im September

Ausdrucksmalen am Samstag

 11-13 Uhr, 18.09.21

Das ist die ideale Veranstaltung um das Ausdrucksmalen, das Atelier und mich als Malbegleiterin kennenzulernen. Du brauchst keinerlei Vorkenntnisse. Ich zeige Dir alles, was Du wissen möchtest und begleite Dich durch Deinen Malprozess. 

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Hesse, Stufen) und gleichzeitig ist aller Anfang auch schwer.
Wenn Du mehr über das Ausdrucksmalen erfahren möchtest, dann sind die Blogartikel „Ich kann aber nicht malen trifft Ausdrucksmalen“  und „Warum ich Ausdrucksmalen liebe“ ein guter Einstieg.

Die Malsession kostet inklusive Material 20 Euro.
Bitte bringe Malklamotten mit. 

Anmeldung bitte bis 3 Tage vor Veranstaltung per Mail

Keine Zeit, dann findest Du hier alle Termine auf einen Blick.

Kreativwerkstatt am Samstag

15-18 Uhr, 18.09.21

Der Name ist Programm! Du kannst in den 3 Stunden von den  folgenden Angeboten machen, was Du möchtest. Ich stehe Dir mit Rat und Tat zur Seite und unterstütze Dich dabei, Dein Kunstwerk zu erschaffen.

  • Leinwände bemalen (Acrylmalerei) mit eigenem Motiv
  • Textilien (Shirts, Kissen, Caps, Sportbeutel) gestalten
  • Filzen
  • Porzellan bemalen

Du bezahlst das, was Du gemacht hast.
So kostet zum Beispiel die Gestaltung eines T-Shirts oder einer Leinwand (20×20 cm) inklusive Material und fachlicher Anleitung 15 Euro.

Bitte bringe Malklamotten mit. 

Anmeldung bitte bis 3 Tage vor Veranstaltung per Mail

Keine Zeit, dann findest Du hier alle Termine auf einen Blick.

Ausdrucksmalen am Dienstag 

18:30-20:30 Uhr
07.09.21, 14.09.21, 21.09.21, 28.09.21, 05.10.21, 12.10.21

Wenn Du das Ausdrucksmalen jede Woche erleben möchtest, ist diese Kleingruppe das richtige für Dich. Hier kannst Du über längere Zeit in Deinen Malprozess einsteigen und die Kraft des Ausdrucksmalens für Dich entdecken.

Eine Malsession kostet 20,00 Euro.
Bitte bringe Malklamotten mit. 

Anmeldung bitte bis 3 Tage vor Veranstaltung per Mail

 

Bitte beachten: Es gelten die Corona-Maßnahmen von Sachsen.

Alle Termine auf einen Blick findest Du hier.

 

Ich-kann-aber-nicht-malen trifft Ausdrucksmalen

„Ich kann aber nicht malen…“ ist einer der Sätze, den ich sehr oft im Atelier zu hören bekomme. Ich versuche dann vorsichtig nachzufragen, woher dieser Gedanke kommt und wow, ich bekomme teilweise dramatische Geschichten, die sich zwischen der Bewertung in der Schule und dem, wie etwas zu sein hat, abspielen. 

Oft wird es dann für die-/denjenigen zu einer Herausforderung, sich auf die Farben und das Papier einzulassen. Gemeinsam haben wir es bisher immer geschafft, auch wenn es echt nicht einfach war. Ich habe dazu noch keine pauschale Lösung gefunden. Die Hemmungen, Ängste, Glaubenssätze, etc. sind so individuell, wie der Mensch selbst.

Das einzige, was ich jedes Mal sage, ist, dass sie/er damit nicht allein ist und dass nichts Schlimmes passiert, wenn sie/er es einfach mal versucht. 

Die großen Meister und die eigene Erwartungshaltung

Klar gibt Unterschiede – die einen können so richtig malen z.B. Picasso, van Gogh, Rembrandt, Gerhard Richter, Frieda Kahlo, etc. und zwar ganz professionell! Und die anderen (also die meisten von uns) können SO nicht malen. Das ist Fakt!

Die Asiaten sagen, wer malen kann, kann schreiben. Das ist in unseren Breitengraden aber gar nicht unser Anspruch. Kalligrafie finden wir auf schönen Geburtstagskarten und Urkunden, aber nicht im Alltagsgebrauch. Diesen Vergleich würden wir niemals anstreben. Super ist, wenn man selbst und auch andere die eigene Handschrift lesen können und wenn man in der Schule die Klassenarbeit wegen Unlesbarkeit nicht nochmal abschreiben muss (ist mir einmal – aber nur einmal! – passiert). Wahrscheinlich passt der Vergleich von Malen und Schreiben aus handwerklicher Sicht auch nicht ganz 100%ig. 

Dann gehen wir mal zum Inhalt: Nur, weil ich gerade Harry Potter oder Goethe lese und bewundere, würde ich niemals sagen, dass ich nicht schreiben könne. Ich kann definitiv nicht so schreiben wie unsere großen Literaten. Trotzdem sitze ich hier und versuche, so gut es geht, meine Gedanken in leicht und flüssig lesbare Sätze zu packen und etwas rüberzubringen. Es ist nicht mein Anspruch, mehr zu wollen. Wenn die Lehrer in der Schule bei uns Schülern  den Ausdruck bemängelten, konnten wir mehr Gleichgültigkeit zu Tage legen. Wen juckte das schon, wenn man sich nicht so ausdrücken konnte, wie es der Lehrer forderte.

Warum ist es dann beim Malen anders? 

Einerseits vermute ich hier eine Verzerrung im Selbst-Fremd-Kontinuum und andererseits scheint auch die Erwartungshaltung an eine:n selbst enorm zu sein.

Woher kommt beim Malen dieser Perfektionismus und diese Erwartung, dass etwas „schön“ sein muss?

Woher kommt diese Wahrnehmung? Es wird anders gelesen als geschaut. Ein visueller Eindruck wirkt viel stärker als ein verbaler/geschriebener. Wenn ich ein Bild sehe, bin ich viel schneller dabei, es zu analysieren und zu interpretieren, als wenn ich einen Text lese. Es kommt selten vor, dass ich in einem Text anfange, nach Ausgewogenheit, Ästhetik, Form, Ausdruck, etc. zu suchen und mir Gedanken über einzelne Wörter und Synonyme mache. 

Betrachte ich dagegen ein Bild, passiert sofort ganz viel. Was ist auf dem Bild? Wie sind Formen, Farben, Richtungen, Objekte, Inhalte angeordnet? Spricht es mich an? Gefällt es mir? Ich bin viel schneller beim Bewerten. Es ist definitiv einfach. Zu einem Bild kann jeder etwas sagen – vor allem auch ungefragt.

Bilder sind für mich ein sehr persönlicher Ausdruck

Bilder sagen mehr als 1000 Worte, und das stimmt definitiv. Bilder bringen mich als Betrachter mit einem Blick dazu, in Resonanz zu gehen. Ich fange an, etwas zu fühlen oder zu denken und Verknüpfungen herzustellen. Bilder gehen schnell viel tiefer als Worte. 
Auch Worte über Bilder gehen schnell viel tiefer, weil jedes Bild ein sehr persönlicher Selbstausdruck ist.

Hier fällt mir der Vergleich zwischen dem Singen und Sprechen ein. Ich kann sprechen, aber nicht unbedingt so singen, dass es andere toll finden. Da ich mich beim Singen aber sehr persönlich und verletzlich zeige und auch ein Stück weit nackig mache, treffen mich Kritik und Bewertung viel mehr.

Leider ist das der-/demjenigen, der so gerne etwas zu dem Bild sagen möchte, meist nicht bewusst. An der Stelle kommt mir auch immer die Frage hoch, um wen es bei der Bildbetrachtung eigentlich geht. Um den Betrachter, der sich ausdrücken und zeigen möchte, wie er etwas sieht (um sich selbst zu zeigen und zu sehen) oder um das Bild oder um die/den Erschaffer:in des Bildes.

Das ist übrigens einer der Gründe, warum ich Kritikern jeder Art sehr skeptisch gegenüber eingestellt bin und ihr Verhalten oft auch für arrogant halte. Es ist soooo einfach und unpersönlich, etwas zu kritisieren und Verbesserungsvorschläge zu machen. Viel schwerer und authentischer ist es, selbst etwas zu erschaffen und zu gestalten. 

Wenn wir unter dem Gesichtspunkt die Perspektive vom Betrachter zum/r Erschaffer:in des Bildes wechseln, ist diese:r der Bewertung der anderen gnadenlos ausgesetzt. Sie/er kann in diesem Moment nur noch den „Shitstorm“ (sorry für die harte Ausdrucksweise) über sich ergehen lassen und die Schilde hochfahren, dass es sie/ihn nicht zu sehr persönlich trifft. 

Die Angst vor der Bewertung

Jetzt wird auch klar, dass der Satz „Ich kann aber nicht malen“ einen Schutzmechanismus darstellen kann. Vor allem in der Schule waren wir der Bewertung wirklich ausgeliefert und wurden oft hart getroffen. Wenn dann noch die Komponente des Erziehens mit dazu kam, hatten wir eigentlich schon verloren. 

Als Menschen wollen wir dazugehören, wir wollen anerkannt, respektiert und wertgeschätzt werden. Der erste Versuch ist also, dass wir versuchen, es gut zu machen und zu gefallen – zumindest es so gut zu machen, um nicht aufzufallen. Manchmal klappt’s – oft bleibt eine Verletzung.

Leider haben die meisten von uns nicht die eigene innere Freiheit, das Selbstbewusstsein und die Stärke von  Pippi Langstrumpf, die so in etwa sagt: „Cool, das hab ich noch nie gemacht, also muss es ja gut werden …“  

Ausdrucksmalen lädt dazu ein, die eigene Welt zu gestalten

wie sie mir gefällt, um bei Pippi zu bleiben. 
Ausdrucksmalen geht weg von der Bewertung, dem Perfektionismus, der Gefallsucht, der hohen Messlatte …
Ausdrucksmalen lädt Dich zum Spielen mit der Farbe ein. UND ich habe noch nie jemand sagen hören: „Ich kann aber nicht spielen…“

Hauptsache bunt und Spass dabei
Hauptsache bunt und Spass dabei


Ich bin ganz verliebt ins Ausdrucksmalen, und es ist jedes Mal eine magische Zeit, wenn ich die Menschen in meinem Atelier beim Malen begleiten darf. Wenn jede:r sich dem Malprozess hingibt, loslässt, auf sich selbst vertraut und ganz im Flow ist.

Manchmal wird es beim Ausdrucksmalen ganz schön wild, und die Farbe fliegt durch die Gegend. GEZIELT allerdings! Denn wer die Decke verkleckert, bleibt zum Streichen und Aufräumen da.  Bisher hat die Ansage immer gereicht, und die Farbe ist wirklich auf dem Papier gelandet.
Es tut einfach gut, wenn man sich mal so richtig austoben und das rauslassen kann, was sonst keinen Platz findet.

Wilder Farbklecks
Wilder Farbklecks

Während ich beim Acryl- und Eitemperamalen auf jeden Fall mehr auf Sauberkeit und klare Farbtrennung auf der Palette achte, liebe ich es, im Ausdrucksmalen mit den Gouachfarben, den Pinsel richtig einzubunten! Der Regenbogen, der auf dem Blatt entsteht, kann ich dann voller Freude verfolgen. JA, das ist ok! Einfach ganz herrlich und frei!

Regenbogen am Pinsel
Regenbogen am Pinsel

Ich werde oft ganz demütig und bin total fasziniert, wenn ich anderen beim Malen zuschauen kann. Dann warte ich auf den richtigen Moment, um als Begleiterin zu fragen, wie es der/dem Malenden geht und wie der Malprozess voran kommt. Wenn wir dann gemeinsam über das Bild sprechen, tut sich oft ein wunderbarer Raum der Empathie und Verbundenheit auf. Es zeigen sich Dinge, die von so uraltem und universellen Wissen zeugen, dass man einfach nur vor dem Bild stehen und stauen kann.

Beim Malen
Beim Malen

Es ist auch sehr spannend, gemeinsam ein Bild zu malen, und es bietet ein großes Potential. Im Setting des Ausdrucksmalens verwende ich diese Form nur, wenn zwei Personen von sich aus gemeinsam ein Bild malen möchten. Dabei erläutere ich vorab, was generell im Malprozess passieren könnte. Es können Bedürfnisse und Befindlichkeiten entdeckt und wertschätzend miteinander angeschaut werden. Diese Art zu malen schafft Verbindung und Klarheit.

Wenn die Bilder draussen in der Sonne trocknen können, fühle ich mich manchmal wie in einer Ausstellung und komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. So schön!

Ich bin immer wieder ganz hin und weg, was im Ausdrucksmalen alles entstehen kann und dass weder Alter noch sonst etwas eine Rolle spielt.

Bilder trocknen in der Sonne
Bilder trocknen in der Sonne

Der Sommer lacht und die Farben wollen aufs Papier. 

Hast Du Lust, das Ausdrucksmalen auszuprobieren?

Am Samstag, 17.06.21, 11-13 Uhr findet wieder Ausdrucksmalen im Atelier statt. Wenn Du Lust dazu hast, dann melde Dich bitte bis Mittwoch, 14.06.21 per Mail an.

Wenn Du das Ausdrucksmalen fortlaufend wöchentlich in einer Gruppe erleben möchtest, lade ich Dich herzlich zum Ausdrucksmalen am Dienstag, 18:30-20:30 Uhr ein. Wir starten nach der Sommerpause am 07.09.21 in die neue Malsaison.

Ich freue mich, wenn wir uns beim Ausdrucksmalen begegnen.

Wenn Du noch mehr darüber lesen magst, warum ich Ausdrucksmalen so liebe, dann ist dieser Artikel vielleicht etwas für Dich.

Bunte Grüße
Yvonne

Bild des Tages: Lebendige Landschaft mit Wasserfall, 19.05.21

Dieses Gemälde hängt gerade bei mir im Wohnzimmer, und ich kann mich gar nicht daran satt sehen. Jedes Mal wenn ich hinschaue, entdecke ich neue Wege, Flüsse, Siedlungen, Wasserfälle. Es ist so lebendig!
 
Daten zum Bild: Acryl auf Leinwand, 80×60 cm, 2020
 
 
 
Wünsche Dir einen farbenfrohen Tag,
Yvonne
von Jetzt wird’s bunt!
 

Bild des Tages: Baumwesen, 17.05.21

Ich liebe Ausdrucksmalen und  der Scherenschnitt hat es mir in letzter Zeit auch sehr angetan. Aus der Kombination entstehen gerade faszinierende neue Bilder.

Daten zum Bild: Baumwesen, Collage Scherenschnitt, Zeichenpapier, 140×100 cm, 200 g/qm, 17.5.21

KOIS Kunst:offen in Sachsen 2021 online

17. Kunst:offen online

Kunst:offen in Sachen ist eine wunderbare Initiative, bei der jedes Jahr zu Pfingsten um die 150-200 Ateliers ihre Türen für alle Kunstliebhaber öffnen. Neben Ausstellungen, Kunstgesprächen und Mitmachaktionen gibt es die Möglichkeit sich gegenseitig kennenzulernen, sich inspirieren zu lassen und auszutauschen. Mehr Informationen findest Du auf der offiziellen Seite von KOIS.

Das Atelier Jetzt wird’s bunt! wird in diesem Jahr auf Grund der Pandemie „nur“ online  dabei sein. 

In diesem Beitrag findest Du

Was ist Ausdrucksmalen?

 

Damit Du Dir einen ersten Eindruck von Ausdrucksmalen machen kannst, führe ich Dich in diesem Video durch eine Malsession. 

 

Wenn Du Lust hast, das Ausdrucksmalen auszuprobieren, dann schau in die Termine, schreibe mir eine Mail oder rufe mich an.

Ich freue mich total, dass ich mich an dieses Format heranwage. Somit besteht für ein größeres Publikum die Möglichkeit mich kennenzulernen. Wer an diesem Pfingstwochenende keine Zeit hat, kann sich alles in Ruhe auch später ansehen.

Ausstellung 2021

 

Wenn Du mehr von Kursen, Kunst und Kreativem rund um das Atelier und mich erfahren möchtest, dann melde Dich zu meinem kostenfreien Newsletter ein. 

Du erhältst dann zusätzlich meinen Videokurs zum Morgenmalen. Damit startest Du kreativ und entspannt in Deinen Tag. Meine GRATIS Videoreihe begleitet Dich 7 Tage durchs Morgenmalen. Am Ende hast du eine Woche lang morgens einen halbe Stunde gemalt, eine Wochenreflexion gemacht und ein Maltagebuch erstellt.

Damit es Dir leichter fällt, dabei zu bleiben und Deine Stimmung und was Dir wichtig ist, im Blick zu behalten, gibt es meine Morgenmal-Checkliste als extra Geschenk für Dich dazu.

Viel Spaß damit!

Bunte Grüße und schöne Pfingsten,
Yvonne
von Jetzt wird’s bunt!

 

Bild des Tages: Aprilwetter, 05.05.21

Gerade passiert viel Experimentelles und oft entdecke ich das Gesamtbild erst, wenn ich damit fertig bin. Beim Aprilwetter war es so, dass ich das Bild im Hochformat erstellt habe und eigentlich nicht zufrieden war. Mir fehlte der Fokus. Erst als ich es ins Querformat drehte, eröffnete sich vor mir eine raumgreifende Landschaft, die von wechselhaftem Wetter begleitet wird.

An diesem Bild mag ich besonders, dass sich die Landschaft jedes Mal verändert, wenn ich sie betrachte. Es entstehen Berge, Täler, Gebäude, Wege und Flüsse – immer wieder neu.

Daten zum Bild: Aprilwetter, Mixed Media auf Aquarellpapier 300 g/qm, 5.5.21

Morgenmalen – Dein kreativer Start in den Tag

Normalerweise biete in meinem Atelier Kurse, Kunst und Kreatives an. Das geht gerade leider nicht, und ich empfinde das als sehr anstrengend und herausfordernd. Mir fehlt das Malen mit anderen Menschen im Atelier.

Wenn ich die anderen nicht um mich habe, dann vergesse ich oft auch selbst zu malen, und das tut mir nicht gut. Ich werde, wie der Schwabe sagt, oleidig. Wenn ich dann aber wieder kreativ geworden bin, geht es mir besser, und ich gehe mit mir und anderen wohlwollender um und mein Tag verläuft entspannter, mit Leichtigkeit und Lachen.

Maedchenkatzeschiff
Ich spiele mit Aquarell … und plötzlich sind da ein Mädchen mit ihrer Katze und einem Schiff

Kostenlose Videoreihe gegen die pandemische Vereinsamung und Zermürbung 

Da ich aber langsam echt kribbelig werde und die Befürchtung habe, dass das Malen im Atelier noch eine Weile lang nicht stattfinden kann, kommt hier nun meine Einladung an Dich, mit mir zusammen, für 7 Tage ins Malen zu gehen – immer morgens für 30 Minuten.

Ich möchte Dich einladen, kreativ in den Tag zu starten und Dir selbst nochmal Aufmerksamkeit und Ruhe zu schenken. Erlaube es Dir, Dir Zeit für Dich zu nehmen und zu schauen, wie es Dir gerade geht.

Was möchtest Du heute erleben?
Was ist Dir heute wichtig?

Vielleicht entsteht auch eine Vision für den Tag.

Was möchte ich heute erleben?
Was möchte ich heute erleben?

Morgenmal-Videos

Ich begleite Dich beim Malen und gebe Dir paar Impulse, die Du für Dich verwenden kannst, wenn Du möchtest. Da ich weiß, wie herausfordernd und hektisch ein Morgen sein kann, habe ich das Morgenmalen aufgezeichnet. So kannst Du Dir die Videos zu der Zeit anschauen, wenn es für Dich passt und Du wirklich eine halbe Stunde Zeit hast. Sollte doch mal eine Unterbrechung da sein, dann kannst Du das Video einfach stoppen und dann an der Stelle weiter machen.

Wie ist das Morgenmalen aufgebaut?

Lass Dich also die nächsten 5 Tage auf das Morgenmalen ein.
Am  6. Tag reflektieren wir und schauen  uns dann nochmal an, was  über die Zeit entstanden ist. Hat sich vielleicht etwas verändert? 
Am 7.Tag zeige ich Dir, wie ich ein Maltagebuch gestalte. Vielleicht magst Du so etwas in der Art auch für Dich entwickeln, und das Morgenmalen zu einer Routine machen und in Deinen Tag einbauen.

Was Du dazu brauchst 

Du brauchst KEINE Vorkenntnisse. Lass Dich von Innen heraus leiten und male einfach vor Dich hin. Und vielleicht – frei nach Rilke – „malst“ Du in Deine Antwort hinein.
Du brauchst 30 Minuten, vielleicht etwas zum Trinken, Papier und Farben, die Du gerne benutzt und griffbereit hast – auch ein Schulwasserfarbenkasten ist wunderbar, Wachsmalstifte, Bleistifte, Aquarellfarben, Tempera, Pastellkreiden, Filzstifte, Buntstifte, Kugelschreiber, …
Versuche diese Zeit für Dich zu reservieren.
 

Mach Dir keinen Gedanken, was Du malen könntest – lass es einfach entstehen – und wenn Du etwas siehst, was Dich für den heutigen Tag unterstützen kann, dann male daran weiter.

Introvideo: Morgenmalen erklärt

Kurz und schwäbisch erklär ich Dir, was es mit dem Morgenmalen auf sich hat. Wenn Du Dir das Introvideo anschaust, kannst Du auch gleich den „Dialektcheck“ für Dich machen, da ich aus dem Schwabenländle komme und somit kein Hochdeutsch kann.

Wenn Du mein Schwäbisch gut „verschtehsch“  und Lust aufs Morgenmalen hast, dann melde Dich zu meinem Newsletter an und mach einfach mit.
Ich freue mich auf Dich!
Wenn Du Fragen oder Anregungen hast oder etwas teilen möchtest, dann schreib mir eine Mail.

 
Bunte Grüße und eine farbenfrohe Woche,
Yvonne 
von Jetzt wird’s bunt!
 

 

 

 

 

A painting a day – raus aus dem KreaTief und rein ins Morgenmalen

Ein Bild pro Tag,  #apaintingaday – diese Aktion, Challenge, Herausforderung, … reizt mich schon lange und immer wieder starte ich einen neuen Versuch. Ich scheitere dann jedes Mal. Einmal liegt es an meiner übertriebenen Erwartungshaltung oder an Inkonsequenz und Undiszipliniertheit. Dann habe ich keine Inspiration oder das Leben kommt einfach dazwischen. Oder ich habe keine Zeit. Aufschieberitis kennt viele Gründe …

Ich konnte mich als Künstlerin auch lange „nebenher“ mit einem Thema beschäftigen, sozusagen „damit schwanger gehen“ und dann meine Bilder auf einmal „gebären“. Dann sprudelte die Schaffenskraft über Tage und Wochen einfach aus mir heraus und am Ende standen dann etliche Bilder und Gestaltungen vor mir. Die Muse hat mich in diesen Zeiten geküsst. Es lief einfach.

Ein Bild pro Tag, Wurzeln, Aquarell, 30x30 cm, 10.01.2021
Ein Bild pro Tag, Wurzeln, Aquarell, 30×30 cm, 10.01.2021

Das KreaTief

Those were the days my friend, I thought they’ll never end … (Mary Hopkin). Das waren also Tage, von denen ich dachte, sie würden nicht enden. La la la -lalala.

Tja, dann kam Corona und ein „KreaTief“ legte sich über meine bisherige Arbeitsweise. Erstes Aufbäumen, Verarbeitung, Rückzug ins Schneckenhaus – keine Bilder, kein kreatives Schaffen und mega schlechte Laune. Kein Bock! Künstlerin in der Krise.

Das hält keine lange aus – nicht mit mir. Also, was tun?

Routine schaffen

Da der Betrieb im Atelier und meine Honorarverträge durch den Lockdown eingestellt wurden und mich diese ansonsten sehr kreative Arbeit nicht mehr am Laufen hielt, musste ein neues „künstlerisch disziplinarisches Konzept“ her, um meiner kreativen Schaffenskraft einzuheizen.

Wie arbeiten also andere Künstler? Das Buch Musenküsse. „Für mein kreatives Pensum gehe ich unter die Dusche“ von Manson Currey hat mich inspiriert und mir gezeigt, was man nicht nur als Künstler alles so machen kann, wie viele Dinge ich noch nicht ausprobiert habe und wahrscheinlich auch niemals machen werde. Wirklich lesenswert!

Wie schaffe ich also meine eigene Routine, die mich inspiriert, in einen Flow bringt und mich trägt? 

Yvonne!!! Hör bitte auf zu denken und mach einfach! Irgendwas! Fang an! Es ist total egal, was dabei rauskommt! Aber tu es!

Bei der Arbeit
Bei der Arbeit

Die Idee des Morgenmalens kam mir wieder in den Sinn. Früher habe ich das oft gemacht. Warum eigentlich jetzt nicht mehr? Es ist wie mit Yoga, Meditation, Sport, gesunder Ernährung und was mir sonst noch gut tut. Eine Zeitlang bin ich echt gut dabei und dann schläft das Ganze ein. Booaahhh. Mist! Also, zurück auf Anfang.

Damit es mir dieses Mal leichter von der Hand geht, nehme ich andere mit ins Boot. Ok, wie kann ich das unter pandemischen Umständen leisten?

Online —ähm — ok —aha—nein—doch?—puh—und wie jetzt?

Morgenmalen online

Ich habe mich hingesetzt, mich mit Social Media befasst und das Morgenmalen tatsächlich in ein Onlineformat gebracht. Das ist völlig neu für mich – eine absolute Herausforderung. Das Morgenmalen steckt in den Kinderschuhen und geht am 03.05.21 online. Es nicht perfekt, aber es im Prozess und dynamisch. Das ist etwas, was mir unheimlich gut gefällt, wo ich Feuer und Flamme bin und zur Höchstform auflaufen kann.

Was möchte ich heute erleben?
Was möchte ich heute erleben?

Und plötzlich kommen die Bilder

Es ist auf einmal ganz leicht. Der Knoten ist geplatzt und die Bilder kommen eins nach dem anderen aus mir heraus. War es doch ein „schwanger gehen“? Ich bin auf jeden Fall sehr dankbar über den Neuanfang und freue mich darauf, was alles an Bildern entstehen wird.

Gerade kommt mir der Gedanke, dass EIN Bild am Tag eigentlich für mich nicht stimmt. Cooler finde ich es, zu schaffen und zu machen und zu werkeln bis mir die Puste ausgeht und dann  das Bild zu präsentieren, dass mir am besten gefällt. Boh, das fühlt sich gerade richtig gut an. Also los! Auf gehts zu #paintingoftheday – Bild des Tages!

Bunte Grüße,

Yvonne
von Jetzt wird’s bunt!

P.S. Wenn Du Lust auf Morgenmalen hast, dann melde Dich bei meinem Newsletter an. Dann bekommst Du den Link zu der Aktion zugeschickt.

 

Warum ich Ausdrucksmalen liebe

Ich liebe Ausdrucksmalen! Es bedeutet für mich Freude an der eigenen Kreativität und Schaffenskraft und läßt mich bei mir selbst ankommen.

Seit 2011 gebe ich als Malbegleiterin Kurse, Workshops und Seminare rund ums Ausdrucksmalen. Ich begleite Malprozesse in meinem Atelier , bin mit  meinen mobilen Staffeleien auf Tour und kann nicht genug davon bekommen. Zusätzlich unterstütze ich seit 2017  Michael Podszun als Assistentin bei der Ausbildung zur Ausdrucksmalbegleitung.
Ich habe unfassbar viele Ideen, was ich mit dem Ausdrucksmalen alles noch erleben will. Jeder Mensch, jeder Prozess und jedes Bild sind so einzigartig  und bieten eine Fülle an Inspiration, für die ich von Herzen dankbar bin. 

Blick in den Malraum zum Ausdrucksmalen
Blick in den Malraum zum Ausdrucksmalen

Ich stehe im Malraum und spüre:
hier bin ich ICH und kann einfach da sein.

Es ist ok, wie ich bin und wie es mir gerade geht. Ich sehe die Malspuren an der Wand und kann die Farben riechen. Ich hole mir ein großes Blatt und hefte es an die Malwand. Dann drehe ich mich um und lasse meinen Blick über die Farborgel schweifen. Wie geht es mir? Womit möchte ich heute anfangen?
Ich bin noch unschlüssig und noch nicht ganz im Malraum angekommen. Der Alltag, die ganzen Aufgaben und Diskussionen hängen noch an mir. Ich spüre, wie müde ich bin und frage mich, ob ich wohl noch die Kraft zum Malen habe. Doch dann schüttele ich den Gedanken ab. Schließlich ist es meine persönliche Malzeit, und ich habe mich die ganzen Tage schon darauf gefreut! Ich schöpfe mir Tapetenleim in eine Schüssel und fange an, das weisse Blatt mit den Händen einzustreichen. Ich merke, wie ich ankomme und langsam entspanne. Dann kommt plötzlich die Lust auf Farbe, und ich fange an, mit bunten Händen über das Papier zu tanzen. Der Kopf schaltet sich aus, und ich bin ganz im Malprozess.

Farborgel
Farborgel

Meine Malbegleiterin stellt sich neben mich und fragt, wie es mir geht. Ich reflektiere meinen Malprozess und fühle mich in meinem Tun unterstützt. Ich begebe mich in eine neue Malrunde, halte nach einiger Zeit inne und spüre, das Bild ist fertig. Es ist so, wie es ist. Ich staune, was sich alles zeigt und schließe das Bild gemeinsam mit meiner Malbegleiterin ab.

Ich bin dankbar, was ich heute wieder erfahren durfte und empfinde es als ein großes Geschenk, dass sich in den Bildern, Antworten auf meine Fragen zeigen. Ich bin voller neuer Energie und meine Erschöpfung vom Anfang der Malsession ist nicht mehr spürbar.

Mein Bild nach meinem Malprozess
Mein Bild nach meinem Malprozess

Es ist, was es ist

Was hier im Malraum an der Malwand passiert, ist frei von Bewertungen. Das ist etwas, was wir in unserer Leistungsgesellschaft nicht kennen und dem wir keinen besonderen Wert zuordnen können. Wenn etwas bewertungsfrei ist, wie kann ich dann sagen, welchen Wert es für mich hat? Ist es gut? Ist es schlecht? Gefällt es mir? Gefällt es jemand anderem? Das ist für mich eine der schwersten Übungen im Malraum. Das was im Malprozess erscheint, wohlwollend da sein zu lassen und anzunehmen.

Wenn ich das schaffe, dann nehme ich automatisch mich an. Das bedeutet wiederum: ich bin ok so wie ich bin. Wow, was für ein starker Satz. Das ist etwas, das ich kaum glauben kann. Da kommen alte Glaubenssätze hoch, dass ich etwas gut machen muss, sehr gut machen muss, um Anerkennung zu bekommen und ok zu sein. Ich spüre die Ambivalenz in mir. Ich weiss, dass ich die Glaubenssätze von damals nicht mehr brauche, dass sie nicht mehr hilfreich sind. Doch sie sind wie Autobahnen für meine Gedanken und leicht und schnell zu befahren.

Will ich neue und unterstützende Lebensformeln  für mich entwickeln, dann begebe ich mich mit einer Machete in den Dschungel und wenn ich oft genug daran arbeite, dann wird aus dem geschlagenen Weg vielleicht ein Trampelpfad, den ich dann häufiger einschlagen kann. Es ist ein langer und teilweise auch beschwerlicher Weg in Richtung Selbstliebe und Selbstmitgefühl.

Ich male in die Lösung hinein

Das Ausdrucksmalen hilft mir, meine inneren Prozesse zu verstehen und meine ganz persönlichen Fragen zu beantworten. Die Antworten finden sich auf dem Papier und sind oft überraschend. Denn nicht der Kopf, sondern der ganze Körper, das Herz und die Seele arbeiten meine Lösung heraus. Dafür muss ich gar nicht so viel tun. Ich bin offen, spiele mit den Farben, höre au meine innere Stimme und lasse mich überraschen. Ich entspanne und höre auf, etwas zu wollen. Ich lasse mich auf den Malprozess ein und lasse los.

Das alles ist leichter gesagt als getan. Manchmal gelingt es besser und manchmal weniger. Das Schöne daran ist, dass ich immer wieder neu anfangen kann. Mit jedem Bild tauche ich in einen neuen gegenwärtigen Moment ein, spüre die Energie und bin einfach da, so wie ich bin.
Wenn das alles so gelingt, dann bin ich im Flow. Selbstfürsorge, Selbstmitgefühl, Selbstliebe sind dann etwas so Selbstverständliches, dass ich mich frage, wie ich jemals daran zweifeln konnte.

Das Malen schenkt mir Leichtigkeit und Zuversicht. Ich spüre eine innere Freiheit und kann die äußeren Abhängigkeiten vor der Malraumtüre lassen. Raus aus der Ohnmacht – rein in die Selbstermächtigung. Ich sehe klarer und erkenne meine Entscheidungsfreiheit. Ich kann so viel über mich selbst erfahren, meine Bedürfnisse wahrnehmen und meine Wünsche ausdrücken. Dann erlebe ich die Ausdrucksmalbilder als Energiespender und Ressourcenträger.

Malen vom Garten
Malen vom Garten

Malbegleitung

Wenn ich im Flow bin, mit Farben und Formen spiele und unbeschwert sein kann, entstehen Bilder, die ich gerne annehme und die ich mag. Oft genug stehe ich aber vor meinem Bild an der Malwand und bin total unglücklich und unzufrieden. Ich weiss nicht mehr weiter, und das Thema zieht mich einfach nur runter. Ich stecke fest, komme nicht weiter. Ich will so unbedingt eine Lösung, und ich will, dass diese schweren und schmerzhaften Gefühle endlich weggehen. Aber es tut sich nichts.

In diesen Momenten ist es gut, eine Malbegleitung zu haben. Ein Mensch, der ein Stück meines Malprozesses begleitet – ein Stück des Weges mit mir geht und mir zu neuen Sichtweisen verhilft und dunkle Ecken ausleuchtet. Dann kommt der Malprozess wieder in Gang, und ich fühle mich gut aufgehoben, und weiß, ich bin nicht allein, und ich muss das nicht alleine schaffen. Da ist jemand, der mich empathisch begleitet, mir zuhört und mir hilft, meine Lösungen zu finden. 

Ausdrucksmalbilder sind Geschenke

Und zwar alle! Ausnahmslos! Manchmal weiß ich es in dem Moment einfach noch nicht, weil das Bild mir nicht gefällt und ich nichts mit ihm anfangen kann. Das passiert zum Beispiel dann, wenn ich etwas Bestimmtes will und nicht akzeptieren kann, dass es so eben nicht geht. Dann ist das Malen schwierig, und das Bild wird immer chaotischer und „matschiger“.  Dann sagt mir mein Empfinden, es ist nicht schön! Nicht ästhetisch! So will ich es nicht!

Tja, aber es ist so, wie es ist; und sobald ich diese innere Türe in mir aufmache, passiert etwas Erstaunliches: ich werde ruhiger, und das Bild ist gar nicht mehr so schlimm. Und selbst wenn mir das Bild an sich nicht gefällt, so ist die Akzeptanz dessen, ein unglaublich großer Schritt in Richtung Selbstakzeptanz. Ich akzeptiere mich dafür, dass ich etwas gemacht habe, was meiner Erwartung nicht entspricht. 

Ich nehme das Bild an und nehme damit automatisch mich an. Wenn ich noch weiter gehen kann, dann befreie ich mich von bewertenden Gedanken. Ich lasse zu, dass es so ist, wie es ist und kann dann den nächsten Schritt in Richtung Loslassen gehen. Das ist ein wunderbar starker innerer Prozess, der sich über das Ausdrucksmalen entwickeln kann. Wenn das geschieht, dann bin ich sehr dankbar und erkenne das Geschenk im Bild. Ich bin mir selbst wieder ein Stückchen näher gekommen in Liebe und Akzeptanz.

 Ausdrucksmalen selbst erfahren

Ich weiss nicht, ob es mir gut gelungen ist, das, was ich am Ausdrucksmalen so liebe, so zu beschreiben, dass die Energie und die Freude spürbar werden. Eigentlich muss es live erlebt werden. Jede und jeder einzelne „MUSS“ es für sich ausprobieren und seine eigenen Erfahrungen sammeln. Denn mit jedem Menschen, der das Ausdrucksmalen für sich entdeckt, kommt etwas Neues dazu, etwas ganz Individuelles, was das Ausdrucksmalen erweitert und bereichert.

Nach einer Ausdrucksmalsession
Nach einer Ausdrucksmalsession

Ausdrucksmalen in pandemischen Zuständen

Das Ausdrucksmalen mit anderen fehlt mir. Ich kann zwar mein Atelier für mich nutzen und malen gehen, aber es ist etwas anderes als mit anderen in den Malprozess zu gehen. Es fehlen die Energien und Inspirationen, die aus der Begegnung mit anderen heraus entstehen. Eine richtig gute Lösung, wie das Malen in der Gruppe im Atelier stattfinden kann, fehlt mir noch. Sobald es wärmer wird, werde ich die Staffeleien im Freien aufstellen. Darauf freue ich mich schon, aber irgendwie ist mir das immer noch zu wenig. 

Malsession mit Kindern
Malsession mit Kindern

Und ich habe eine Idee: Etwas, wo ich die Menschen dazu inspiriere, zu malen und sich dabei etwas Gutes zu tun. So entsteht gerade mein erster kostenloser Onlinekurs MORGENMALEN.

Dazu erfährst du in der nächsten Woche mehr. Wenn Du über mein kreatives Schaffen informiert bleiben möchtest, dann melde Dich gerne zu meinem kostenfreien Newsletter an. (Eine Abmeldung ist jederzeit möglich).

Bunte Grüße und eine farbenfrohe Woche,

Yvonne